18.10.2010

Nachtrag zum Holux M-241c

Filed under: Testberichte

Vor einem guten Monat berichtete ich von einem ersten Test des Holux M-241c GPS-Loggers. Wie versprochen gibt es hier nun noch den Nachtrag, nachdem ich das Gerät letzte Woche in Berlin ausgiebig genutzt habe.

Beim Gerät selbst kann ich meinen ersten Eindruck nur bestätigen. Der Logger ist simpel zu bedienen und funktioniert ausgezeichnet. Eine Batterie/Akkuladung hält einen ganzen Tag durch. Das Signal ist, solange man sich an der Oberfläche aufhält (und teilweise auch in Gebäuden) praktisch immer vorhanden. Geht das Signal verloren (z.B. in der Metro) findet er es sofort wieder, sobald man wieder an der Oberfläche ist. In kann den Holux M-241c uneingeschränkt weiterempfehlen.

Leider nicht weiterempfehlen kann ich die mitgelieferte ez-Tour Software. Dies vorallem wegen einem, in meinen Augen, grossen Manko. Das Programm schreibt nicht nur die Geodaten ins Bild, wie es eigentlich sollte, nein, es nimmt sich auch gleich noch die Freiheit, alle Hochkant aufgenommenen Fotos zu drehen. Für mich ist das ein absolutes No-Go, es bringt meinen kompletten Workflow durcheinander. (Ich lasse prinzipiell sämtliche Bilder so wie sie aufgenommen wurde, und meine Bilddatenbank achtet auf die Orientierung in den EXIF-Daten).

Der Support von Holux hielt es leider nicht für nötig, auf meine Anfrage zu reagieren. Nach einigem Suchen habe ich eine Alternative gefunden, welche obendrein noch viel schneller vonstatten geht, nämlich eine Kombination aus den Programmen GPSBabel und GPicSync.

GPSBabel dient dazu, den Holux auszulesen und die Tracks in das universelle .gpx Format zu konvertieren. (Holux selbst nutzt das proprietäre .itm-Format, welches von keinem anderen Programm verstanden wird).

GPSBabel ist sehr simpel zu bedienen: Holux anschliessen, Programm starten, bei Device den m-241 auswählen und den richtigen Com-Port wählen. Dann noch beim Output auf Format GPX XML stellen und den Dateinamen wählen. Apply drücken und abwarten. Falls man einige Routen gespeichert hat kann dies durchaus ein paar Minuten dauern, GPSBabel liest immer sämtliche Tracks aus. Sobald es fertig ist hat man die gewünschte .gpx-Datei, welche nun in GPicSync weiterverarbeitet werden kann.

Auch GPicSync funktioniert ähnlich simpel. Bilderordner wählen, gpx-Datei wählen und dann noch den Zeitzonenunterschied zur UTC-Zeit (UTC Offset) korrekt setzen (bei Sommerzeit zwei Stunden, bei Winterzeit eine). Ausserdem kann eingestellt werden, wie lange das letzte GPS-Signal her sein darf, um noch eine gültige Marke zu setzen, ich habe dies bei mir auf 1800 Sekunden gesetzt, so ist auch eine Metro-Fahrt immer abgedeckt. Das Foto ist zwar nicht mehr an der ganz korrekten Position, aber ich habe lieber ein etwas ungenau platziertes Foto, als eines, welche gar keine Geodaten enthält. Mit einem Klick auf Synchronise! startet man den Vorgang, und nach ein paar Minuten haben alle Fotos die gewünschten Daten eingetragen.

Noch ein kleiner Tipp am Rande: Man sollte vorsichtshalber zuerst nur 2-3 Fotos synchronisieren, und anschliessend die Position verifizieren. Sollte z.B. die Zeit in der Kamera falsch eingestellt worden sein sieht man dies anhand der Position sofort und kann den UTC-Offset noch entsprechend korrigieren.
 

6.09.2010

Wo war ich?

Filed under: Testberichte

GPS-Daten in Fotos. Schon länger habe ich mich mit dem Thema befasst und es bisher unter 'nice to have' abgelegt. Als letzte Woche bei DayDeal.ch ein Holux M-241c GPS-Logger zu einem tollen Preis angeboten wurde musste ich einfach zuschlagen.
Für diejenigen, die dieses Thema nicht kennen: Ein GPS-Logger hat man auf seiner Fototour dabei, er zeichnet, ähnlich einem Navi, genau auf, wo man durchging. Am PC wird diese Route dann mit den Fotos abgeglichen, und anhand der Aufnahmezeit ist klar, welches Foto wo entstanden ist. So weis man später genau, wo man ein bestimmtes Foto aufgenommen hat – und kann so auch leichter den gleichen Platz wieder finden.

Gestern nahm ich den Holux mit, als ich mit meinem Schatz den Chutzenturm auf dem Frienisberg besuchen wollte. Das Gerät ist nur wenige Gramm schwer und stört überhaupt nicht. Ich habe es aussen am Rucksack festgemacht. (Zwecks Diebstahlschutz wäre es je nach 'Umfeld' besser es im innern des Rucksacks zu verstauen, der Empfang sollte auch dort vorhanden sein).

Sobald die Position gefunden wurde muss nur noch 'Enter' gedrückt werden, von da an kann das Gerät eigentlich während der Tour 'vergessen' werden.

Interessant wird es Zuhause am PC. Mit der mitgelieferten Holux EZ-Tour Software werden die Daten aus dem Logger auf den PC übertragen, wo die Route gleich auf einer Karte angezeigt wird.

Mit dem Button Medien aus Ordner hinzufügen werden die während dieser Tour geschossenen Fotos der Route zugeordnet. Wenn auf der Kamera die Zeit richtig eingestellt war sind die Fotos gleich an der richtigen Position. Falls nicht ist das auch nicht weiter tragisch – die Zeit kann korrigiert werden, falls etwa auf der Kamera noch die Winterzeit eingestellt war, oder man in den Ferien vergass, die neue Zeitzone einzustellen.

Die Position der Fotos sollte nun kontrolliert werden. Falls z.B. der Logger einen Moment keinen Empfang hatte und die Fotos deshalb falsch platziert wurden, so kann dies noch korrigiert werden. Stimmt die Position aller Fotos klickt man auf den Button 'GPS Info schreiben'. Damit werden die Längen- / Breitengrade und Höhenangaben direkt in die Foto-Datei geschrieben.

Nun, was bringt das alles? Zum einen unterstützen viele Foto-Seiten (z.B. Flickr) dies schon direkt – wenn also dort dieses Foto hochgeladen würde, dann sieht man auch gleich, wo es aufgenommen wurde. Ich werde es allerdings für etwas anderes nutzen. Meine selbstprogrammierte Bild-Datenbank soll auch auf einer grossen Karte anzeigen können, wo meine Fotos entstanden sind. Dazu aber in einem späteren Artikel mehr.

Ein kleiner Tipp zum Schluss: Beim ersten Gebrauch nach längerer Zeit sollte dem Holux an einem Ort mit guten Empfang ein paar Minuten Zeit gelassen werden, um die Bahndaten der GPS-Satelliten zu aktualisieren. Da wir am Sonntag gleich zu Beginn im dichten Wald waren, gab es dort grosse Ungenauigkeiten. Wenn diese Phase abgeschlossen ist hat das Gerät allerdings auch in dichtem Wald kein Problem mit dem Empfang, auf dem Rückweg stimmte die Position exakt.

Mein Fazit: Ob GPS-Daten in Fotos notwendig sind oder nicht bleibt Geschmackssache. Ich finde es genial, genau zu wissen, wo ich ein bestimmtes Foto aufgenommen habe. Die Bedienung des Holux ist sehr einfach, und auch die Nachbearbeitung der Fotos ist sehr simpel und beansprucht nicht viel Zeit. Ich kann den Holux M-241c nach dem ersten Test weiterempfehlen. Wenn ich ihn ausgiebig benutzt habe werde ich hier wohl nochmals ein Statement abgeben.

3.12.2009

HD im Kleinformat

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Seit kurzem gibt es bei uns in der Familie eine neue Kompaktkamera, eine Panasonic Lumix FX60. Zur Fotoqualität kann und will ich hier (noch) nichts sagen, da ich sie noch zu wenig testen konnte. Absolut positiv überrascht war ich jedoch von der Videoqualität unter erschwerten Lichtbedingungen. Ich hatte die Lumix letzten Sonntag am Konzert der norwegischen Sängerin Marit Larsen in der Luzerner ‘Schüür’ dabei und habe das eine oder andere mal damit draufgehalten. Zum einen soll dies eine Demonstration der Qualität der FX60 sein – andernseits lohnt es sich natürlich auch, der wunderbaren Marit Larsen zuzuhören. Viel Spass dabei.

Wenn man bedenkt wie schwierig Fotos unter diesen Bedingungen zu schiessen sind und dass das Video freihändig mitten aus dem Publikum aufgenommen wurde ist die Bildqualität umso erstaunlicher. Ist die Qualität (für eine Kompaktkamera) wirklich so gut, oder bin ich nur überrascht weil die letzten selbstgemachten Videoclips mit einer siebenjährigen Kompaktkamera gemacht wurden? Ich freue mich wie immer über Kommentare.

30.10.2007

Es wird weitwinklig…

Filed under: Testberichte

Ich habe mir schon längers Gedanken darüber gemacht, in welche Richtung ich mein Equipment, insbesondere die Objektive, erweitern soll. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Standardzoom und meinem Makro-Objektiv. Mein Tele-Zoom ist nicht das beste, doch ich habe momentan auch kaum Bedarf an grosser Brennweite. Was bleibt also übrig? Richtig, ein Superweitwinkel muss es sein. Da ich zu einem grossen Teil Landschaftsfotos schiesse, und Super-WW Objektive dafür prädestiniert sind habe ich mir nun ein ebensolches geleistet.

Eines vorneweg: Ich bin fast verzweifelt, als ich mich über die Vor- und Nachteile der einzelnen Objektive informieren wollte. Für fast jedes Glas findet man Testberichte, welche absolut positiv ausfallen, während der nächste Bericht das Objektiv als billige Scherbe ohne jede Qualität bezeichnet. Ich habe nur dieses eine Objektiv und kann deshalb keinen objektiven Vergleich anstellen. Trotzdem hoffe ich mit diesen Zeilen dem einen oder anderen bei seinem Kauf helfen zu können.

Ich habe mich nach langem hin und her für das Sigma EX 10-20mm 1:4-5,6 DC HSM entschieden. Einer der Hauptgründe waren sicher die 10mm Brennweite. Andere vergleichbare Objektive von beispielsweise Nikon oder Tokina bieten nur 12mm. Ein weiteres Argument war der Preis, der mit 725 Franken (bei Radio-TV Hagmann) noch im bezahlbaren Rahmen war. Weiter fiel die Wahl auf Sigma weil ich bereits zwei Objektive von Sigma besitze und damit überaus zufrieden bin. Von der Bildqualität her habe ich im Vorfeld folgendes herausgefunden: Das perfekte Super-WW gibt es (jedenfalls in dieser Preisklasse) nicht. Jedes Glas hat seine Vor- und Nachteile. Laut diversen Foren hat das Sigma praktisch keine CAs (Chromatische Aberrationen, Farbsäume), ist dafür im Vergleich mit anderen Objektiven (zumindest bei Offenblende) nicht unbedingt das schärfste.

Soweit die Informationen, welche man im Netz findet. Doch für mich zählen nicht irgendwelche Meinungen anderer, sondern wie ist mein Eindruck vom Objektiv in den Situationen in welchen ich es einsetze. Deshalb habe ich mich letzten Sonntag über den Nebel begeben um an der Flanke des Chasseral meine ersten Erfahrungen zu sammeln. Der erste Eindruck war positiv. Ich war absolut begeistert von der Perspektive, welche sich einem bei 10mm Brennweite ergibt. Wieder daheim habe ich mir die Fotos genau angeschaut. Die Aussagen, dass es nicht das schärfste ist kann ich leider teilweise bestätigen. Allerdings muss hier ein grosser “Aber” eingeschoben werden. Zum einen verlange ich von einem solchen Objektiv auch keine Schärfe wie sie z.B. mein 105mm Makro hat. Andererseits gehen vermutlich viele Schärfefehler auch auf mein Konto. Ich war teilweise vom Blickwinkel fast überfordert und habe zum Teil auch falsch fokussiert. Auf Bildschirmgrösse reduziert sind aber auch diese Fotos qualitätsmässig top, die Fehler sind erst bei der vollformatigen Anzeige zu sehen. Aber Übung macht ja bekanntlich den Meister, und ich werde mich bestimmt nochmals zu Wort melden wenn ich das Glas besser im Griff habe.
Erfreulicherweise kann ich auch die Aussage von den seltenen CAs bestätigen. Ich habe einige Testfotos gemacht mit starken Kontrasten, welche sehr anfällig dafür sind. Auf diesen Fotos muss schon sehr gut gesucht werden wenn die (minimalen) CAs entdeckt werden wollen.

Zur Verarbeitung selbst gibt es nicht viel zu sagen. Das Objektiv ist, wie von Sigma gewohnt, sehr gut verarbeitet, hat ein angenehmes Gewicht und die Schärfe- und Brennweitenverstellung läuft sehr leicht. Der Ultraschallmotor (HSM) läuft kaum höhrbar und exakt. Im Lieferumfang befindet sich nebst dem Objektiv eine Gegenlichtblende, Stoff-Köcher sowie eine ausführliche Anleitung.

Fazit: Ein Empfehlenswertes Superweitwinkel mit sehr gutem Preis/Leistungsverhältnis, von welchem man jedoch in Sachen Schärfe keine Wunder erwarten sollte.

Untenstehend finden sie drei Bilder welche letzten Sonntag im Jura entstanden sind. Sollten sie interesse haben an den Originalbildern zum Vergleich melden sie sich bitte bei mir, ich werde ihnen diese gerne zustellen.